Pfarrer Michael Broch ist der neue Geistliche Direktor des „Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses“ (ifp) in München. Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, ist überzeugt, in Broch die richtige Person für die Aufgabe gefunden zu haben. Er werde, so Zollitsch, „die richtige Ansprache finden, um die jungen Leute zu begeistern, die ihre Ausbildung im ifp absolvieren“. Die Stipendiaten des Jahrgangs 2010 fühlen dieser Aussage und der Person Broch in einem Interview auf den Zahn:
Herr Broch, Sie werden ab April gemeinsam mit der Publizistischen Direktorin Elvira Steppbacher die neue Doppelspitze des ifp bilden. Wie wird ihre Zusammenarbeit aussehen, teilen sie sich ein Büro?
Die Doppelstruktur ist eine sehr gute Sache – journalistische und theologische Kompetenz werden in Frau Steppenbacher und meiner Person gebündelt und miteinander verschränkt. Konkrete Strukturen bestehen allerdings noch nicht. Ein Büro werden wir uns nicht teilen. Aber wer weiß, vielleicht sitzen wir in benachbarten Räumen.
Ihr Vorgänger Pater Roger Gehardy hielt eine ganztägige Stelle – welche Umwälzungen könnten daraus resultieren, dass Sie nun eine Halbtagsstelle besetzen?
Pater Gehardy war der alleinige Direktor des ifp, Frau Steppbacher die Geschäftsführerin der Journalistenschule. In Zukunft werden Frau Steppbacher und ich – als leitende Direktoren des Instituts – eine Doppelspitze bilden. Die Änderung machen neue Akzente natürlich möglich. Aber was, wie und wann passiert – das wird man erst sehen müssen. Am 13. April werden wir zur Studienleitungssitzung in München zusammenkommen. Hier werden wir über die weitere Gestaltung der Doppelspitze und die Ausrichtung des Instituts sprechen.
Sie wollen in spirituellen und ethischen Fragen Ansprechpartner sein. Werden Sie in Zukunft beim ifp auch als Dozent referieren?
Zwischen 1977 und 1979 habe ich selbst die Journalistische Ausbildung für Theologen durchlaufen und danach verschiedene Seminare geleitet. Ich kann mir vorstellen, auch in der Zukunft als Dozent in Seminaren tätig zu sein. Aber wie ich bereits erwähnt habe: Noch ist meine Aufgabe am Institut und damit auch meine Zukunft als Lehrkraft nicht näher definiert. Die Konstellation zwischen „weltlicher“ und „geistlicher“ Direktion ist für Jedermann im Institut eine neue und aufregende Entwicklung.
Was entgegnen Sie Vorwürfen, das ifp bilde journalistische „Erfüllungsgehilfen“ der katholischen Kirche aus?
Dies ist eine unhaltbare und doch immer wieder geäußerte Unterstellung. Die katholische Kirche schafft sich keine journalistischen Missionare. Uns geht es primär darum, gute und vor allem kritische Journalisten für alle Medienbereiche auszubilden. Absolventen des ifp findet man nicht nur in kirchlichen Zeitungen. Im Gegenteil, ein weitaus größerer Teil begegnet uns in den säkularen Medien. Darüber hinaus kann eine kirchliche Ausbildung einiges leisten. Wir freuen uns, jungen Menschen ethische Grundsätze und Möglichkeiten der Sinnfindung zu vermitteln.
Kirchenintern wird die Finanzierung der katholischen Journalistenschule auch kritisiert –müssen sich die Auszubildenden des Jahrgangs 2010 und zukünftige Stipendiaten um ihren Platz am ifp sorgen?
In meinen Augen gehören die Investitionen in die Journalistenschule zu den wichtigsten Aufgaben der katholischen Kirche. Als Geistlicher Direktor werde ich mich weiterhin bei der deutschen Bischofskonferenz für den Fortbestand Institut einsetzen. Wenn die katholische Kirche in der Öffentlichkeit präsent sein will, ist die Förderung journalistischer Talente unerlässlich. Eine katholische Journalistenschule ist notwendig, wichtig und gut – ich stehe zu 100 Prozent hinter dem ifp.
Die Fragen stellten Daniel Peitz und Lukas Ondreka.
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